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Mitteldeutschland Orte - Lützen - Geschichte

Annalen aus der Lützener Stadtgeschichte


1269

Erstmalige urkundliche Erwähnung (9. Juni - das Original befindet sich im Domstiftarchiv zu Merseburg). Aber schon früher besiedelt (Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit und der Zeit der Völkerwanderung).

14. Mai 1282

Der Merseburger Bischof Friedrich von Torgau erwarb Lützen durch einen Tausch von Kaiser Rudolf I.

1291

Lützen weist einen eigenen Gerichtsstuhl auf.

1430

Hussiten in der Stadt.

1455

Verwüstungen im Krieg des sächsischen Kurfürsten Friedrich gegen seinen Bruder. Danach Neuaufbau der Stadt.

1631/32

Lützen wird durch den Dreißigjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen (Militärdurchzüge, Besetzungen, Plünderungen und Zerstörungen).

Seit Ende des 19. Jahrhunderts

Auch industrielle Entwicklung. Zuckerfabrik (Gebäude heute abgebrochen).


Schicksalstage: Schlachten von Lützen und Großgörschen

Zwei Mal geriet die Gegend um Lützen zwischen die Mahlsteine europäischer Mächtegruppen: Im "Dreißigjährigen Krieg" fochten die Schwedisch-Protestantischen gegen die Kaiserlich-Katholischen; in den "Befreiungskriegen" die verbündeten Preußen und Russen gegen die Franzosen.

Am Morgen des 6. November 1632 nahm das kaiserliche Heer unter Wallenstein links der Straße von Lützen nach Leipzig Aufstellung. Rechts davon die Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf II. Im Nebel begann die Schlacht. Sie ging hin und her, am Ende behaupteten die Schweden das Feld. Aber teuer erkauft, in einem Heimatbuch heißt es dazu: "Gustav Adolf will sich zu dem weichenden Flügel begeben, gerät, von wenigen Getreuen umgeben, unter die Feinde, sinkt, von Kugeln und Degen getroffen, vom Pferde und haucht in den Armen seines Pagen Leubelfing seinen Geist aus. Die Schlacht tobt über die Leiche hinweg..."

Knapp zwei Jahrhunderte später, am 2. Mai 1813, marschierte Napoleon auf Leipzig zu. Teile seiner Armee hatten sich bei Großgörschen einquartiert und wurden von Blücher angegriffen. Um vier Dörfer entbrannte ein opferreicher Kampf: fünf Mal wechselten sie den Besitzer. Zwar mussten sich die "Verbündeten" schließlich zurückziehen, aber geordnet und mit der Hälfte weniger Verlusten als die Franzosen. "Die Bestien scheinen etwas von mir gelernt zu haben", soll Napoleon wutschnaubend gesagt haben.


Erschreckliches aus der Lützener Geschichte

Im November 1585 verbrannten ein Totengräber und seine Frau als Hexen auf dem Scheiterhaufen. Sie waren für die Pest in Lützen verantwortlich gemacht worden.

1632, am 31. 10. und am 4. 11., wüteten die kaiserlichen Truppen unter Wallenstein und Pappenheim in der hiesigen Gegend.

Auch in den Jahren 1680 und 1682 grassierte die Pest.

Der Galgen der Stadt, an dem noch im 17. Jahrhundert Hinrichtungen vollstreckt wurden, stand nördlich von Lützen am Weg nach Oetzsch.

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Auf dieser Seite werden einige Ereignisse aus der Lützener Historie dargestellt. Es handelt sich dabei um eine punktuelle Auswahl. Eine alle historischen Perioden berücksichtigende und ausgewogene Darstellung der Stadtgeschichte kann auf einer Web-Site nicht geleistet werden und ist hier nicht beabsichtigt.


Gustav II. Adolf

Berühmte Persönlichkeit der Geschichte, deren gewaltsamer Tod mit Lützen verbunden ist. Schwedischer König. Geboren 1594, König seit 1611. Fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen (Dreißigjähriger Krieg).


Weitere berühmte Persönlichkeiten

Lützen und Umgebung sahen viele Fürsten und Feldherren, aber auch Dichter und Denker. Nachfolgend eine Auswahl:

August der Starke, König von Sachsen: 1708 in Lützen auf der Durchreise. Siehe auch: Altranstädt.

Gedenktafel am Gasthof Rippach

Blücher, Feldmarschall: Durchreiste Lützen. Siehe auch: Großgörschen.

Ortsplan Großgörschen

Friedrich der Große: Der Preuße bezog vor der Schlacht bei Roßbach (1757) im 1903 abgerissenen Lützener Amtsgebäude Quartier. Siehe auch: Reichardtswerben.

Goethe, Johann Wolfgang von: Der Dichter durchquerte mehrfach Lützen. Siehe auch: Rippach.

Karl XII., schwedischer König: War 1706 und 1707 in Lützen. Siehe auch: Altranstädt.

Napoleon I.: Durchquerte Lützen. Siehe auch: Rippach.

Monarchenhügel bei Großgörschen

Seume, Johann Gottfried: Der Reiseschriftsteller und Publizist stammte aus dem Dorf Poserna bei Lützen. Geboren am 29. Januar 1763. Gestorben am 13. Juni 1810. Siehe auch: Poserna.

Stockmann, Paul(us): Der Magister und Oberpfarrer diente als Feld- und Schiffsprediger Gustav Adolfs.

Wallenstein: Der Feldherr übernachtete im Lützener Schloss vom 4. bis 6. November 1632. W. wurde 1634 ermordet.

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