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Mitteldeutschland Orte - Lützen - Profil der Stadt

Nicht zu groß, nicht zu klein

Schloss Lützen ist eine typische Kleinstadt, aber nicht verträumt: Schon vor Jahrhunderten brachte die große Poststraße Frankfurt am Main - Leipzig einen Hauch von Welt in die Provinz. Die Nähe großer Städte und Verkehrsströme, aber auch das Bewusstsein von historischer Bedeutung und damit verbunden die Eigenschaft, Wallfahrtsort einer ausländischen Nation zu sein, machen Lützen zu einer offenen und selbstbewussten Stadt. Betrachten wohl viele Leipziger Lützen insgeheim als Vorort, so sagt man in Schweden: Leipzig liegt bei Lützen. Es kommt eben immer auf die Perspektive an. Die historische Bedeutung der kleinen Stadt hat wohl auch die Leipziger wenigstens ein bisschen beeindruckt: Leipzigs Ausfallstraße in Richtung Westen heißt nicht etwa Weißenfelser oder Erfurter oder Frankfurter Straße, sondern eben Lützner.

Und auch das ist "typisch Lützen": Obwohl im "Dunstkreis" der Großstadt Leipzig gelegen, gehört es nicht zu Sachsen, sondern zu Sachsen-Anhalt und dort zum Kreis Weißenfels. Damit sind die Lützener die geborenen "Mitteldeutschen", prädestiniert, um an vorderster Front länderübergreifende Zusammenarbeit zu üben

Das Land unmittelbar um Lützen ist platt: Die Böden zwar fruchtbar - die Landschaft aber eher langweilig. Nur ab und zu sorgen ein kleines Seitental der Saale, ein Hain, ein Bach für Abwechslung. Lützens Reize sind andere.


Warum gerade Lützen?

Die Lützener Gustav-Adolf-Gedenkstätte stellt eine touristische Attraktion von internationaler Bedeutung dar. Zahlreiche skandinavische, insbesondere schwedische, Gäste und Busgruppen besuchen Gedächtniskirche und Blockhaus-Museum. Lützens Umgebung ist auch beliebtes Ausflugsziel der Bewohner des mitteldeutschen Ballungsraumes Leipzig-Halle. Die Stadt ist also als Zielort durchaus attraktiv, wenn auch noch manche Mängel in der touristischen Infrastruktur insbesondere der ländlichen Umgebung schrittweise abgebaut werden müssen.

Lützen eignet sich als Ausgangspunkt für Rund- oder Sternfahrten zu zahlreichen Schlachtfeldern der Umgebung. Wohl kaum eine andere deutsche Gegend hat in ihrer Geschichte so viele Feldherren gesehen, hat so viele blutige Gefechte ertragen müssen: Lützen 1632, Großgörschen und Leipzig 1813, Reichardtswerben/Roßbach 1757... Lützens Umgebung ist ein einzigartiges "Freilichtmuseum" europäischer Historie, insbesondere der Militärgeschichte, und ein besinnlicher Platz zum Nachdenken. Bei mehreren Gelegenheiten wird dieses Geschehen in historischen Schlachtenwanderungen, Biwaks usw. wieder lebendig gemacht.


Nicht nur Schlachten...

Eine zunehmende internationale Ausstrahlung für spezifische Gästegruppen geht von den Nietzsche-Erinnerungsstätten in Röcken bei Lützen aus. Auch weitere "Denker und Dichter" sind mit der Gegend verbunden, z. B. Seume mit Poserna und Goethe mit Rippach.

Bei aller Bedeutung für einen geschichtsorientierten Bildungstourismus, Lützens Umgebung verfügt auch über einige Erholungsmöglichkeiten (Martzsch-Park mit Tiergehege in Lützen, Wanderungen entlang des Flusses Saale und durch das Tal der Rippach, Baden im "Mondsee" Pirkau bei Hohenmölsen, Kurpark mit Salinen in Bad Dürrenberg...). Nicht weit ist es zum landschaftlich schönen und romantischen Saale-Unstrut-Tal, z. B. bei Bad Kösen und Freyburg.

Der Kreisstadt Weißenfels sollte man ebenfalls einen Besuch abstatten (Schloss, Musiker- und Dichtergedenkstätten...). Auch einige Technik- und Industriedenkmäler in der Umgebung können für Abwechslung sorgen (Einblicke in die Braunkohlenförderung bei Hohenmölsen, Schuhmuseum in Weißenfels, Borlach-Museum zur Salzgewinnung in Bad Dürrenberg...). Und es steht natürlich das breite touristische Angebot der Metropole Leipzig (Halbmillionenstadt) zur Verfügung!

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Ursprünge

Woher stammt der Name der Stadt Lützen? Er ist abgeleitet - so meint Deparade - von "Lutzici" (die Liutizen waren ein Wendenstamm) oder von "Ludischin" (Luscha-Sumpf). Lucicanen wurden die Bewohner der Sumpfebene genannt.


Viele Wege führen durch Lützen

Lützen und Umgebung erfüllen eine wichtige "Torfunktion" in dreierlei Hinsicht:

1. "Einfahrtstor" in das "Weißenfelser Land" bzw. die "Saale-Unstrut-Region" mit ihren Burgen, Schlössern, Museen, historischen Plätzen, aber auch Wandermöglichkeiten und Weinbergen, aus Richtung Sachsen / Leipzig bzw. von der Autobahnabfahrt Lützen / Bad Dürrenberg.

Umgehungsstraße bei Weißenfels

2. "Einfahrtstor" in die sächsische Großstadt Leipzig aus dem südlichen Sachsen-Anhalt mit Weißenfels und Naumburg.

Altes Rathaus Leipzig

3. "Durchfahrtstor" in der Relation Sachsen-Thüringen (viele Autoreisende benutzen zwischen Leipzig und Weimar / Erfurt die B 87) und in der Relation Nord-Süd (die Autobahn A 9 Berlin-Bayern durchschneidet das beschriebene Gebiet, viele Autoreisende von und nach Leipzig benutzen die Anschlussstellen Lützen / Bad Dürrenberg oder Weißenfels).

Viele Durchreisende nutzen die Gelegenheit und machen in Lützen und seiner Umgebung kürzere Zwischenhalte. Manche Gäste schätzen auch die im Vergleich zu nahen Großstädten zumeist preiswerteren Unterkünfte.


Truck-Stopp

An der Autobahnabfahrt Lützen / Bad Dürrenberg (A 9) lädt ein Autohof mit Tankstelle und Raststätte zum Zwischenstopp ein. Für die Brummis gibt es einen großen Parkplatz. Das Restaurant ist in Form eines Zirkuszeltes gestaltet und bietet auch Tagungsmöglichkeiten.

Naturschutzgebiet bei Kleingöhren

Revierpark Profen

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