Mittel-de Gesamt Regionen Orte und Umgebung Routen

Vereinsengagement für Tourismus hat Tradition

Im Sommer 2001 existierte der Fremdenverkehrsverein "Weißenfelser Land" e. V. zehn Jahre! Seine Wurzeln sind aber viel älter. Der erste Weißenfelser Verkehrsverein wurde am 9. April 1929 gegründet, was sich nach Recherchen im hiesigen Stadtarchiv herausstellte. Er bildete sich aus dem "Bürgerbund (Bürgerausschuss)" und wollte für "Stadt wie für Handel und Gewerbe" den "Werbegedanken zu ihrem eigenen und zum Wohle ihrer Einwohner... pflegen, durch Heranziehung von Besuchern befruchtend auf den Weißenfelser Handel und Wandel" einwirken. Der neue Verein bat sogleich "den Magistrat um gütige Unterstützung zu einem Arbeiten Hand in Hand, insbesondere um Gewährung von Geschäftsraum und Barmitteln".

Bald richtete er seine Geschäftsstelle im Rathaus ein und betrieb dort ein "Verkehrs- und Reisebüro", das täglich - auch an den Wochenenden - geöffnet war. Der Magistrat beschloss im Februar 1930, die Überschüsse aus dem städtischen Haushaltstitel "Verkehrswerbung" an den Verein abzuführen. Bereits nach einem Jahr war die Mitgliederzahl schnell gestiegen. Man verdankte dies, so hieß es, der "rastlosen Mitarbeit einiger Vorstands- und Ausschussmitglieder" sowie "nicht zuletzt der finanziellen Unterstützung der Stadtgemeinde" und ihres Oberbürgermeisters Daehn sowie durch "Großbetriebe aller Zweige". Allerdings standen auch 1931 "viele Geschäftsleute und Gewerbetreibende... dem Verein leider noch fern".

Höhen und Tiefen in der Fremdenverkehrsarbeit

Einer alles in allem guten Zeit des Verkehrsvereins - er verfügte über hauptamtliches Personal und engagierte sich beispielweise stark bei den Gustav-Adolf-Feiern 1932 - folgte ein Tief: 1933 gewährte der Magistrat einen Zuschuss, "um den Verkehrsverein vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu bewahren". Das Aus konnte aber nicht verhindert werden.

Eine zweites Leben begann der Verein 1938 mit dem festen Willen, "nunmehr alles aufzubieten, um Weißenfels in viel größerem Umfange als bisher teilhaben zu lassen am Fremdenverkehr". Tatsächlich konnten z. B. Autobus-Reisegruppen in stattlicher Zahl begrüßt werden, am 5. Juni 1939 besuchten sage und schreibe 700 Teilnehmer einer Leipziger Tagung das Weißenfelser Geleitshaus. Mit dem Kriegsende konnte der Verkehrsverein die ihm im Rathaus unentgeltlich überlassenen Räume eine Zeit lang nicht nutzen, da sich darin Besatzungsbehörden befanden. Dennoch bot er sofort an: Auskunft an Privat- und Geschäftswelt, Fahrkartenverkauf, Vorverkauf sämtlicher Veranstaltungen...

1949 schließlich wurden wie in der gesamten Ostzone alle Vereine, so auch in Weißenfels der Verkehrsverein, aufgelöst. "Die Einrichtung des Verkehrsvereins, das Verkehrs- und Reisebüro, ist von der Kommunalverwaltung als Eigenbetrieb übernommen" worden. Später, in der DDR, gingen einige dieser Aufgaben an die stadteigene "Weißenfels-Information" über. Ein neuer Anlauf auf Vereinsbasis war erst wieder nach dem politischen Umbruch von 1989 möglich: Der jetzige Fremdenverkehrsverein, diesmal für den gesamten Kreis, gründete sich am 24. Juni 1991.

Dokumentation des Neubeginns

Mehr über die Tätigkeit des "neuen" Fremdenverkehrsvereins in den Jahren kurz nach 1991 erfahren Sie aus folgender Dokumentation:

Liebert, Tobias (Hrsg.): Marketing und PR für die Region Weißenfels. Beiträge aus drei Jahren Fremdenverkehrsverein Weißenfelser Land (1991-1994). Eine Dokumentation mit Einführung und Anhang. Weißenfels: im Selbstverlag/aus dem Computer gedruckt, 1995.

Wenn Sie mehr über diese Publikation wissen möchten, klicken Sie bitte hier.


Vorläufer des Vorläufers: Für ein schöneres und grüneres Weißenfels

Als ein Vorläufer des 1929 gegründeten "alten" Verkehrsvereins kann der Verschönerungsverein gelten. Dieser 1873 gegründete Verein erwarb sich große Verdienste bei der Begrünung von Weißenfels. Sein Ziel war es, für die "Verschönerung der Stadt ... und deren Umgebung zu wirken, die bereits vorhandenen Anlagen zu erhalten und planmäßig zu erweitern". Er durfte Mitgliedsbeiträge erheben und einen Gärtner nebst Hilfspersonal anstellen. Der Verein konstituierte sich am Abend des 30. Januar 1873 im Gasthof "Goldener Hirsch" aus interessierten und wohl auch betuchten Bürgern. Zugleich gehörten ihm der königliche Landrat sowie je ein Mitglied des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung an.

An der Spitze des Vorstandes standen der Progymnasiallehrer Dr. Rosalsky und der Oberst a. D. Hans von Borries. Letzterer stand auch dem hiesigen Verein für Natur- und Altertumskunde vor, 1885 ging er nach Halle und wurde dort Direktor des Provinzialmuseums. Beider Männer gedachten früher in unserer Stadt Denkmaler, die nicht mehr vorhanden sind: Der Rosalskystein auf der Promenade (wenigstens gibt es noch den Rosalskyweg) und das Borriesdenkmal auf dem Klemmberg, an das noch ein Aussichtspunkt an der August-Bebel-Straße erinnert.

Was waren die Motive zur Gründung des Verschönerungsvereins? Die betrübliche Erkenntnis, dass - wie das Tageblatt 1873 schrieb - "unser vor noch nicht zu langer Zeit seiner landschaftlichen Schönheiten wegen weit über die Grenzen der Provinz hinaus viel gerühmtes Weißenfels während der letzten Jahrzehnte seinen früheren Schmuck gänzlich eingebüßt hat." Auch Rosalsky auf der Gründungsversammlung argumentierte ähnlich. Die Industrieansiedlung habe den einstigen Ruf der Stadt zerstört; das durch seine landschaftliche Lage kaum mehr begünstigte Naumburg wirke inzwischen attraktiver. Rosalsky entwarf deshalb seine Vorstellung von einem Parkgürtel um die Stadt.

Auf dieser Seite stellen wir in loser Folge Vereine und Organisationen vor. Wir beginnen nebenstehend mit einer historischen Betrachtung über Weißenfelser Fremdenverkehrsorganisationen.

Fremdenverkehrsverein in der Nikolaistraße


Wichtige kommunale Akteure

Bei den Oberbürgermeisterwahlen für die Stadt konnte sich Manfred Rauner (CDU) bereits im ersten Wahlgang am 13. Mai 2001 mit rund 56 Prozent durchsetzen. Er verwies seine acht Mitbewerber, so den SPD-Kandidaten (rund 17 Prozent), insbesondere aber auch die bisherigen Amtsinhaber (rund 11 bzw. 4,5 Prozent), deutlich auf die Plätze. In der Stichwahl um das Amt des Landrates am 27. Mai 2001 siegte Rüdiger Erben (SPD) mit rund 67 Prozent klar vor Bodo Walther (CDU) mit rund 33 Prozent.

Die Kommunalwahlen vom 13. Juni 2004 ergaben im Stadtrat folgende Sitzverteilung: CDU 12 Sitze, PDS 10 Sitze, SPD 8 Sitze, Bürger für Weißenfels (BfW) 5 Sitze, FDP 2 Sitze, Statt-Partei 2 Sitze und Freie Wählergemeinschaft 1 Sitz. Die neue freie Wählervereinigung "Bürger für Weißenfels" (nicht zu verwechseln mit der bereits länger existierenden Freien Wählergemeinschaft) erkämpfte sich damit aus dem Stand ein Achtel der Sitze. Beobachter werten dies vor allem als Ausdruck der Kritik am Weißenfelser Oberbürgermeister (CDU). Die PDS stieg zur zweitstärksten Kraft auf. Hingegen mussten die großen Volksparteien, insbesondere die SPD, Federn lassen.

Zum Vergleich: Nach den Kommunalwahlen vom 13. Juni 1999 verteilten sich die 40 Sitze im Stadtrat wie folgt: SPD 13 Sitze, CDU 15 Sitze, PDS 9 Sitze, FDP 1 Sitz, STATT-Partei 1 Sitz, Freie Wählergemeinschaft 1 Sitz. (Nach dem amtlichen Wahlergebnis vom 17. 6. 1999)

Rathaus, daneben Marienkirche

Bei den Wahlen von 2004 für den Weißenfelser Kreistag konnte die SPD dramatische Verluste vermeiden: Die Sozialdemokraten erzielten mit gut 29 Prozent ihr bestes Kreistagsergebnis von Sachsen-Anhalt. Beobachter glauben, dass dies vor allem auf die Person des SPD-Landrates Rüdiger Erben zurückzuführen ist. Stärkste Kraft im Parlament bleibt aber die CDU. Die Verteilung der 42 Sitze im Kreistag sieht wie folgt aus: CDU 16 Sitze, SPD 12 Sitze, PDS 9 Sitze, FDP 2 Sitze, Behindertenverband 2 Sitze und Grüne 1 Sitz. Die Grünen sind damit neu im Kreisparlament vertreten.

Ratssaal am Kloster, daneben ehemaliges Gefängnis

Am 17. Oktober 2001 beschloss die Verbandsversammlung des Wirtschaftsentwicklungszweckverbandes Sachsen - Anhalt - Süd die Auflösung zum 31. Dezember 2001. Dies wurde notwendig, weil immer mehr Mitglieder des 1992 gegründeten Verbandes ausgestiegen waren. Landkreis und Stadt Weißenfels wollen die Wirtschaftsförderung künftig anders organisieren. (Mitteldeutsche Zeitung. Weißenfels. 8. September und 19. Oktober 2001)

Landratsamt auf dem Kugelberg

Sparkassengebäude am Markt

Das Stadtfernsehen hat sich inzwischen zum Regionalfernsehen für das südliche Sachsen-Anhalt entwickelt. (Vgl. Michael Weniger: Welle Süd Fernsehen. In: Mitteldeutsche Wirtschaft. 1 2000. S. 21ff.)

Arbeitsamt an der Promenade


 Datenbank über Vereine im Kreis Weißenfels

Inhalt, Struktur, Gestaltung und Form der Web-Seite und ihrer einzelnen Teile sowie der Datenbanken
sind urheberrechtlich geschützt. Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben,
sowie Zusammenstellungen © 2017 Redaktion Mittel-de.de (Dr. Tobias Liebert)
Design © 2017 Sandstorm - The Ultimate Web-Publishing Team