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Blutiges im alten Steinhaus

Mit dem Erkerzimmer des "Geleitshauses" in Weißenfels hat es eine besondere Bewandtnis. Hier wurde der Leichnam des im Dreißigjährigen Krieg gefallenen Schwedenkönigs Gustav Adolf für den Trauerzug nach Skandinavien vorbereitet. Bei der Obduktion spritzte königliches Blut an die Wand, wie eine Urkunde versichert. Böse Zungen behaupten, spätere Generationen hätten regelmäßig mit roter Tinte aufgefrischt. Wie dem auch sei, das sanierte Geleitshaus beherbergt seit dem 14. November 1997 ein interessantes Museum zum Dreißigjährigen Krieg, zur Schlacht von 1632 bei Lützen und zu Gustav Adolf II. Hauptattraktion ist ein Diorama der denkwürdigen Schlacht mit mehr als 10.000 Zinnsoldaten.

Adresse: Gustav-Adolf-Museum Geleitshaus, Große Burgstraße 22


Eine erste Adresse der Musik

Schütz-HausIn der Nikolaistraße, einer der beiden Fußgängerzonen, befindet sich ein restauriertes Renaissancegebäude, das Wohnhaus des Komponisten Heinrich Schütz (1585-1672). Darin befindet sich die Weißenfelser Musikergedenkstätte, eines der Museen der Stadt. Im kleinen Konzertsaal wird hin und wieder "live" an die großen musikalischen Traditionen der Saalestadt erinnert. So soll sich Händels Talent an der Orgel des hiesigen Schlosses entfaltet haben. Bachs erste weltliche Kantate, die so genannte "Jägerkantate", wurde 1713 in Weißenfels uraufgeführt. Um 1725 spielte der Musikus mehrmals auf der Schlossorgel. Nicht zu vergessen der "Hofkapellmeister" Johann Philipp Krieger (1649-1725). Für das Schütz-Haus wirbt seit September 1998 eine Hinweistafel an der neuen Autobahn 38 vor der Abfahrt B 91 Weißenfels-Nord/Leuna.

Adresse: Heinrich-Schütz-Haus, Nikolaistraße 13


Orgel-Orgie der Sinne - klein, aber fein

In einem Nebengebäude des Schütz-Hauses öffnete am 15. Januar 2000 das Mitteldeutsche Orgelbaumuseum seine Pforten. Die kleine museale Stätte konzentriert sich auf Friedrich Ladegast, den berühmten Orgelbaumeister aus Weißenfels. Hier lernt der Besucher Handwerk und Kunst des Orgelbaues kennen. Trägerverein ist das Ladegast-Kollegium.

Adresse: Friedrich-Ladegast-Museum, Eingang Kirchgasse


Verse im Gartenhäuschen

Im Stadtpark liegt das Grab von Novalis (1772-1801), dem bedeutendsten Dichter der deutschen Frühromantik. Friedrich von Hardenberg, so sein eigentlicher Name, war zugleich Assessor am Weißenfelser Salineamt. Die Novalis-Verehrer versäumen nicht, das nahe Wohn- und Sterbehaus des fantasievollen Literaten an der Ecke Saal-/Klosterstraße zu besuchen. Die Gedenkstätte und der kleine Gartenpavillon erinnern an die literarischen Traditionen der Stadt. Mehrere Weißenfelser Dichter wirkten in unterschiedlichen Epochen. Neben Christian Weise, Adolf Müllner, Luise Brachmann und Louise von Francois zieht vor allem der vielseitige Johann Beer (1655-1705) Interesse auf sich. Seinetwegen tagte die internationale Grimmelshausen-Gesellschaft in Weißenfels.

Adresse: Novalis-Gedenkstätte, Klosterstraße 24


Gedenkraum für "Die letzte Reckenburgerin"

Das frisch renovierte Wohnhaus der Weißenfelser Schriftstellerin Louise von Francois (1817-1893) wird heute privat genutzt und beherbergt eine Praxis. Umso verdienstvoller ist es, wenn die Eigentümer in einem Raum der bekannten Dichterin gedenken. Louise von Francois lebte von den 1860er Jahren bis 1874 in diesem Haus, hinter dessen Rückfront die Saale fließt.

Adresse: Francois-Haus, Promenade 25


Tierisches

Esel, Wildschwein, Frettchen und eine Fülle weiterer Tiere erwarten den Besucher im Weißenfelser Heimatnaturgarten in der Langendorfer Straße. Der lehrreichen Garten im Süden der Stadt - nahe der Brauerei - beherbergt insgesamt 155 Tiere in 42 Arten. Außerdem wachsen in diesem Park auf einer Fläche von zwei Hektar viele seltene Pflanzen.

Adresse: Freundeskreis zur Förderung des Heimatnaturgartens e. V., Langendorfer Straße 33

Herz-Legende

Geleitshaus

In der bereits erwähnten Urkunde zum königlich-schwedischen Blutfleck im Geleitshaus heißt es weiter, das Herz des toten Gustav Adolf sei "unter der Kanzel hiesiger Stadtkirchen und zwar dass gleich der Pfeiler ermeldter Kanzel drauff stehet" bestattet. Dies hat sich später als Flop herausgestellt. Tatsache ist aber wohl: Die übrigen Eingeweide wurden unter der heute nicht mehr vorhandenen Kirche des St. Clarenklosters vergraben.

Marienkirche


Tradition und Erbe

"In der Barockzeit hat Weißenfels einen kulturellen Höhepunkt erreicht, der unübertroffen geblieben ist. Musik, Literatur und Baukunst haben unsere Stadt überregional ausstrahlen lassen. Diesen Fundus müssen wir für die Gegenwart erschließen und damit für uns nutzbar machen und zugleich Perspektiven aufzeigen." (Otto Klein: Heute im Gespräch. In: Weißenfelser Amtsblatt. 10. 3. 2000. S. 2)

Herzogshäuser in der Leipziger Straße

Schmuckes Portal gegenüber der Marienkirche

"Die Sanierung einer historischen Altstadt ist bekanntlich mit sehr hohen finanziellen Aufwendungen verbunden. Deshalb wurde die Stadt Weißenfels durch das Land Sachsen-Anhalt im Jahre 1991 in das Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz und im Jahre 1993 in das Programm Städtebauförderung des Bundes und des Landes aufgenommen." (Altstadt Weißenfels Sanierungszeitung)

Francois-Haus

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