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Das blieb uns in Erinnerung...

März 1996
Große Zählaktion vorbei: Die Gebäude- und Wohnraumzählung 1995 wurde offiziell beendet

13. Mai 1996
Sparkasse umgezogen: Die Kreissparkasse weihte ihre neue Hauptstelle am Weißenfelser Markt ein

6. bis 10. Juni 1996
Messeflair in der Saalestadt: Die Regionalmesse "Panorama Sachsen-Anhalt / Süd" fand in Weißenfels statt

November 1996
Hohenmölsen wieder "Verwaltungssitz": Das Landratsamt Weißenfels informierte, dass die Umzüge von einzelnen Ämtern und Sachgebieten nach Hohenmölsen abgeschlossen sind. Damit befindet sich die Kreisverwaltung nunmehr an zwei Standorten

6. Juli 1997
Jubel auf Schloss Neu-Augustusburg: Symbolische Gründung einer Herzog-August-Akademie

3. November 1997
Verkehrschaos Weißenfels entschärft: An diesem Tage hieß es "Freie Fahrt" auf der gesamten Trasse der neuen Ortsumgehung

11. November 1997
City-TV in Weißenfels: Ab diesem Tag wird ein Stadtfernsehen auf Kanal 6 ausgestrahlt

14. November 1997
Gustav-Adolf-Gedenkstätte wieder zugänglich: Im Geleitshaus öffnete ein neu gestaltetes Museum zum Dreißigjährigen Krieg

1. Juli 1998
Modernere Strukturen: Die ehemals zwei Dezernate und zehn Amtsbereiche der Stadtverwaltung gliedern sich nunmehr in drei Fachbereiche: Zentrale Dienste, Bürgerdienste und Technische Dienste

Anfang Juli 1998
Sensation auf dem Marktplatz: Eine monumentale und farbenfrohe Luftskulptur zog viele Besucher an

13. Juni 1999
Weißenfels hat gewählt: Nach den Kommunalwahlen verteilen sich die 40 Sitze im Stadtrat wie folgt: SPD 13 Sitze, CDU 15 Sitze, PDS 9 Sitze, FDP 1 Sitz, STATT-Partei 1 Sitz, Freie Wählergemeinschaft 1 Sitz

1. Januar 2000
Jubiläum rund ums Geld: Seit 175 Jahren existiert in Weißenfels eine Sparkasse

15. Januar 2000
Ladegast-Gedenkstätte: Das Mitteldeutsche Orgelbaumuseum öffnete in einem Nebengebäude des Schütz-Hauses seine Pforten

20. März 2000
Immer im Kreis herum: Seit diesem Tag wurde die neuralgische innerstädtische Kreuzung am Schwedenstein zu einem Kreisverkehr umgebaut. Dadurch ergaben sich für längere Zeit teilweise gravierende Umleitungen


Das erhitzte die Gemüter...

Könnte Weißenfels weiter sein?

Trotz mancher Erfolge in der Stadtentwicklung wurden in der Öffentlichkeit immer wieder ungeduldige und unzufriedene Stimmen laut. Am 2.4.1996 erklärte Ex-Bürgermeister Martin Neumann (parteilos) der Presse: "Weißenfels versinkt immer mehr ins Mittelmaß!"
Vielfaches Unverständnis provozierte die Verlegung von Teilen des Landratsamtes nach Hohenmölsen, obwohl doch der ehemalige Kreis Hohenmölsen gerade mit Weißenfels wieder vereinigt worden war. Hat dabei die Stadt Weißenfels genügend ihre Interessen vertreten, fragte nicht nur der städtische Bauausschuss (MZ 2.10., S. 9).
Das Hickhack um den Bau einer Sporthalle traf den Nerv vieler Weißenfelser (z. B. MZ 31.10.1998), entwickelten sich doch die sportlichen Erfolge insbesondere der Basketballer zum wohl wirksamsten positiven Imagefaktor für die Saalestadt.
Am 21. November 1998 sorgte sich Ex-Stadtarchitektin Erika Feistel um die Zukunft der Stadt: "Was die Nutzung ihrer historischen Chancen betrifft, steht die Stadt im Vergleich zu anderen weit hinten an." (S. 7)
Auch Detailentscheidungen der Verwaltung blieben in Leserbriefen und redaktionellen Beiträgen nicht vor Kritik gefeit: Seien es nun die "Knöllchen"-Politik gegen Verkehrssünder (MZ 15.10.1996), "Schildbürgerei" bei Bauarbeiten in der Langendorfer Straße (31.10.1996) oder nicht rechtzeitig angekündigte Umleitungen (30.7.1998), um nur einige Beispiele zu nennen.


Aufstieg und Fall eines ambitionierten Projektes:
Schloss Neu-Augustusburg


Nachdem das Schloss vom Bund der Stadt geschenkt wurde, entstand die Idee einer Musikakademie für Meisterschüler. 1997/98 arbeitete eine Projektgruppe an einem Konzept für eine Kunstakademie mit angeschlossenem Fünf-Sterne-Hotel. Konzerte mit Justus Frantz und seiner Philharmonie der Nationen sowie mit Lord Menuhin gaben einen Vorgeschmack auf eine visionäre Zukunft. (Vgl. u. a. Weißenfelser Amtsblatt 25.7.1997 oder Wochenspiegel 18.6.1997) Das ambitionierte Vorhaben wurde von vielen als unrealistisch angesehen, und die Kritiker bekamen Recht. Anfang 1998 wurde öffentlich, was unter der Decke seit längerem schwelte: Am 2. Februar fragte ein Leser in der Lokalzeitung: "Was wird zu Schlossprojekt verschleiert und gespielt?" Schließlich beendeten Stadt und Projektentwicklungsgesellschaft unter gegenseitigen Schuldzuweisungen ihre Zusammenarbeit.
Interessanterweise hatte die Leipziger Presse bereits am 6. Februar 1998 (LVZ) vermeldet, dass eine Unternehmensgruppe mit Justus Frantz das Barockschloss Schönwölkau bei Delitzsch erwerben wolle. Dort sollten nun Pläne verwirklicht werden, auf die sich eigentlich Weißenfels Hoffnung gemacht hatte. Im Sommer schließlich hielt die "Philharmonie der Nationen" von Frantz in Schönwölkau erstmals Einzug (LVZ18./19.7.1998), nachdem bereits am 2. April der Kaufabschluss verkündet worden war. (Vgl. auch LVZ vom 3.12.1998)
Um die am 6. Juli 1997 in Weißenfels bereits symbolisch gegründete Herzog-August-Akademie ist es seitdem ruhig geworden. Wenigstens begannen vor kurzem kleinere Bauarbeiten am Schloss Neu-Augustusburg, um den Verfall aufzuhalten und das Outfit zu verbessern.

(Fortsetzung auf der nächsten Seite)

Rückblicke auf das letzte Jahrfünft

Am 1. Januar 2001 begann ein neues Jahrtausend. Grund genug, einmal auf die letzten fünf Jahre zurück zu schauen. Wir erinnern hier an einige wichtige und weniger wichtige Ereignisse aus der letzten Zeit sowie an einige Diskussionen zu strittigen Problemen, die die lokale Öffentlichkeit bewegten. Es handelt sich dabei um eine punktuelle Auswahl. Eine alle Facetten berücksichtigende und ausgewogene Darstellung der unmittelbaren Vergangenheit kann auf einer Web-Site nicht geleistet werden und ist hier nicht beabsichtigt.


Einwohnerschwund

Im November 2000 unterschritt die Einwohnerzahl der Stadt Weißenfels erstmals die 32.000-Einwohner-Grenze. Damit habe die Saalestadt in den letzten zehn Jahre knapp 5.000 Bewohner verloren, meldete die örtliche Presse am 15. 12. 2000 (MZ, S. 7) und suchte in einem Kommentar nach Ursachen dieser Entwicklung. Dabei spielten, so der Kommentator, neben typisch ostdeutschen bzw. sachsen-anhaltischen Problemen auch "fehlende Attraktivität" der Stadt und Selbstzufriedenheit hiesiger Verantwortlicher eine Rolle. Über die Bevölkerungsentwicklung und -wanderung hatte die Lokalzeitung bereits detailliert am 31. 8. 2000 berichtet.


Zitate über Zeit, Geschichte und ihre Chronisten

"... die Geschichte ist nichts anderes als die Garderobe des menschlichen Geistes." (Heinrich Heine: Werke. Bd. 3. Weimar, 1956. S. 218)

"Zeit: der wichtigste Rohstoff." (Stanislaw Jerzy Lec: Aphorismen. Berlin, 1978. S. 8)

"Natürlich, die Lage des Menschen in der Geschichte ist komplizierter, hier ist er gleichzeitig Boot, Welle und Steuermann. Wenn es nur eine Karte gäbe!" (Alexander Herzen: Memoiren und Reflexionen. Bd. 3. Berlin, 1962. S. 313)

"Alles Gewesene und Geschehene ist interessant, sofern nur zuverlässige Chroniken darüber erhalten sind." (Nikolai Gogol: Aufsätze und Briefe. Berlin / Weimar, 1977. S. 18)

"Martin Spahn brach auf dem internationalen Historikerkongress 1908 in Berlin eine Lanze für die Zeitung als Geschichtsquelle. Es liegt auf der Hand, dass die Benutzung der Presse als Quelle ihre Forschung fördert, ja voraussetzt." (Karl Jaeger: Von der Zeitungskunde zur publizistischen Wissenschaft. Jena, 1926. S. 12f.)

"Nichts kann die Bedeutung der Presse klarer veranschaulichen, als der Versuch, sie einmal aus unserem täglichen Leben, aus dem Leben der menschlichen Gesellschaft fortzudenken: die weitaus größte Zahl aller Menschen (...) bezieht ihre geistige Nahrung, ihre Unterrichtung, ihre Weiterbildung lediglich aus der Presse." (Karl Jaeger: Von der Zeitungskunde zur publizistischen Wissenschaft. Jena, 1926. S. 65)

"Jede Zeitungsnummer ist heute die Bühne eines großen Dramas." (Stanislaw Witkiewicz: Denkspiele. Berlin, 1973. S. 12)

"Der Verstand schreibt, aber die Leidenschaft macht Geschichte. Alles Neue ist ungerecht gegen das Alte." (Ludwig Feuerbach: Philosophische Kritiken... Leipzig, 1969. S. 318)

"Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt." (Johann Wolfgang von Goethe: Werke. Bd. 7. S. 547)

"Menschen haben Spätzündung: Sie begreifen alles erst in der nächsten Generation." (Stanislaw Jerzy Lec: Aphorismen. Berlin, 1978. S. 24)

"Hoffnung ist schnell und fliegt mit Schwalbenschwingen. Aus Königen macht sie Götter, Könige aus Geringen." (William Shakesspeare: Werke. Bd. 3. Berlin / Weimar, 1966. S. 891)

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