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Gegenwärtige Wirtschaftsstruktur

Weißenfels ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Kreises, ein großer Bundeswehr-Standort und verfügt über mehrere Dienstleistungseinrichtungen (z. B. guter Besatz mit Banken, regionale Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer für den südlichen Teil Sachsen-Anhalts). Gegenwärtig wichtige Branchen bzw. Betriebe sind: Metallverarbeitung, Lebensmittelindustrie (Backwaren, Molkerei, Schlachthof, Brauerei), Bauwirtschaft und Baustoffhandel, Holz- und Kunststoffverarbeitung.

Die größten Arbeitgeber in der Stadt sind nach dem Stand von 1998/99: Schlachthof (540 Beschäftigte), Stadtverwaltung (532), Landratsamt (464), Krankenhaus (383), Bundeswehr (361), Kreissparkasse (225). Die Zahl der Arbeitslosen beträgt 6.100, das sind 23,4 Prozent. (Angaben nach G. Bach in: Weißenfelser Heimatbote, März 2000, S. 5)

Nachdem die Arbeitslosenquote des Kreises Weißenfels zunächst die höchste in ganz Sachsen-Anhalt war, liegt sie heute im Mittelfeld.

In den letzten Jahren wurden erste Erfolge sichtbar, Weißenfels zu einem Zentrum der Ernährungswirtschaft zu entwickeln. Neben Schlachthof und Mineralbrunnen, Milchwerk und Großbäcker bietet nun sogar eine Schokoladenmanufaktur süße Leckereien an. Eine Wellpappenfabrik bereichert das Gewerbegebiet Zorbau an der Autobahn.

Hauptgeschäftsstraße in Weißenfels ist die Jüdenstraße. Das Einkaufszentrum "Schöne Aussicht" Leißling liegt vor den Toren der Stadt an der B 87 Richtung Naumburg.


Links zu Weißenfelser Unternehmen und Einrichtungen

 Branchenwegweiser Landkreis Weißenfels
 Fanseite der "Weißenfelser Wölfe"
 Kreissparkasse Weißenfels
 Panther Schuh GmbH
 Simon-Werbung
 Stadtwerke Weißenfels GmbH
 Volkshochschule
 Weiku Fenster und Türen GmbH


Impulse aus der Umgebung

Das Wirtschaftsleben von Weißenfels wird auch vom milliardenschweren Chemiestandort Leuna 2000 im Nachbarkreis Merseburg mit seiner umfangreichen gewerblichen Peripherie beeinflusst (Investitionen einschließlich benachbarter Standorte z. B.: Dow Chemical Co. / Buna Sow Leuna Olefinverbund 4,5 Mrd. DM; Mitteldeutsche Erdöl-Raffinerie 4,8 Mrd. DM).

Chemiestandort Leuna Tagebaulandschaft

Im Osten des Kreises Weißenfels - bei Hohenmölsen - findet sich Braunkohlenbergbau mit Tagebauen und Veredelungsbetrieben. Hier werden ebenfalls beachtliche Rekultivierungsleistungen vollbracht. Schwarzerde- und andere wertvolle Böden bieten der Landwirtschaft gute Voraussetzungen.


Ein Blick zurück: Der "Schusterjunge" erzählt

Schusterjunge im StadtparkUnter lauschigen Bäumen des Weißenfelser Stadtparks steht ein Junge, barfuß, nur mit Hemd und Höschen bekleidet. Obwohl aus kaltem Eisen, muss man den Burschen einfach mögen. Wohl deshalb gilt er als ein Weißenfelser Wahrzeichen. Sein Schöpfer, der Schkopauer Bildhauer Juckoff, hat ihm ein sonniges Gemüt eingehaucht: Den Hut keck ins Genick geschoben, schaut er fröhlich ´drein. "Weil´s mich freut!", ist in einem bescheidenen Steinsockel eingeritzt. Lange Zeit rief man ihn nur den "Schusterjungen". Findige Weißenfelser zogen auf Bildern dem Barfüßigen sogar Schuhe an. "Von Handwerkern gibt es hier viele Schuhmacher...", heißt es bereits in einem 1848 erschienenen Buch.

Maschinen- und Dampfkraft ergriffen 1871 bzw. 1874 das traditionell hier ansässige Schuhmacherhandwerk. Typisch blieben aber kleinere und mittelgroße Betriebe. Die Weißenfelser waren stolz auf ihre heimische Wirtschaft, das zeigt beispielsweise ein Führer durch die preußische Provinz Sachsen von 1900. Alle umliegenden Städte stellen darin ihre Geschichte und ihre Sehenswürdigkeiten vor - Weißenfels schreibt über die Industrie: Nach Pirmasens besitze man die größte Anzahl von Schuhfabriken des Deutschen Reiches. Auch mit der "DDR-Schuhmetropole" ist es nun vorbei. Die Monostruktur überlebte den Übergang zur Marktwirtschaft nach 1990 nicht.

Historische Anzeige von 1928
Historische Anzeige von 1928 Historische Anzeige von 1928

Der "Schusterjunge" sinnt darüber nach, wie man ihn wohl morgen und übermorgen nennen wird. Den "Stein der Weisen" hat er noch nicht gefunden. Vielleicht "Lebensmittel-Azubi" (siehe oben)? "Clustering" gilt heutzutage als sehr modern und ein Ernährungs-Cluster entwickelt sich. Aber eine neue Monostruktur ist auch nicht erstrebenswert, so dass Weißenfels noch viele Möglichkeiten für kreatives Unternehmertum und innovative Investitionen offen lässt. Seine Fröhlichkeit will das Weißenfelser Original jedenfalls behalten. "Weil´s uns freut!"

Gewerbegebiet Zorbau


Zitate

Nachdem mehrere Jahre die Panzergrenadierbrigade 38 in Weißenfels stationiert war, wird deren Auflösung bis März 2003 abgeschlossen sein. Die feierliche Deaktivierung der Stabskompanie fand bereits Ende 2002 statt. Dafür entsteht in Weißenfels das Sanitätskommando III der Bundeswehr mit 1.500 Soldaten, dem dann größten Sanitätsstandort Deutschlands. Das Kommando hat 35.000 Soldaten in allen neuen Bundesländern außer Mecklenburg-Vorpommern zu betreuen.

"1993 erhielt der Leisslinger Mineralbrunnen (bei Weißenfels) als erstes ostdeutsches Unternehmen und als erster Mineralbrunnen in Deutschland die ‚Auszeichnung für erfolgreiches Marketing' von der deutschen Marketingvereinigung e. V. in Düsseldorf." (Erfolgreiche Unternehmen in Sachsen-Anhalt Süd. In: Mitteldeutsche Wirtschaft. 1/2 1999. S. 21)

"Letztes größeres Unternehmen der (Schuh-)Branche verlässt die Saale-Stadt (...) Ab 1999 sollen medizinische Schuhe oder der bequeme Modeschuh namens ‚Der Weißenfelser' in Hohenmölsen hergestellt werden. An der Saale pflegt dann nur noch eine Firma die Tradition. (...) Kein Vergleich zu früher. (...) Hier war das Kombinat ‚Schuhe' angesiedelt - die Zentralverwaltung aller staatlichen Betriebe der Sparte. Im ehemaligen VEB ‚Banner des Friedens' produzierten etwa 7.000 Beschäftigte die oft uniforme Schuhmode des Arbeiter- und Bauernstaates." (Michael Tempel: Weißenfelser kommen bald aus Hohenmölsen. In: Mitteldeutsche Zeitung. 4. 8. 1998. S. 4)

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Schuhfabrik Banner des Friedens

"Aus Goslar setzte man zum ‚Panther'-Sprung an die Saale an, errichtete im Gewerbe-Park eine kleine Schuhfabrik und setzt zusammen (vorerst), was andernorts vornehmlich für japanische, kanadische und amerikanische Golfsspieler und Wandersleute vorgefertigt wurde. An Erweiterung ist gedacht, auch an Modellentwicklung, und Fachleute hat man zuhauf." (G. L.: Gewerbegebiete vorgestellt: Weißenfels. In: Mitteldeutsche Wirtschaft. 12 1999. S. 29)

Werbung für die Schuhstadt Weißenfels am Hochhaus in den 1980er Jahren Reklame für Weißenfelser Schuhe in Leipzig (DDR-Zeit)

"War Weißenfels vor der Wende eine Schuhmetropole, so gehört heute die Lebensmittelindustrie zu den größten Arbeitgebern der Region. (...) Zu den Großunternehmen der Lebensmittelbranche zählt zweifellos noch der Schlachthof mit seinen 530 Beschäftigten." (Mit Leckermäulchen einen Namen gemacht. In: Mitteldeutsche Zeitung. Sonderbeilage. 10. 11. 1998. S. V2)

"Prägend für den Landkreis Weißenfels sei (...) nach wie vor eine industrielle Monostruktur. War früher die Schuhindustrie im Landkreis dominierend, so sei es heute die Lebensmittelbranche." (Johannes Kreis, zit. nach: Andreas Richter: Wirtschaftskraft. In: Mitteldeutsche Zeitung, 28. 6. 2000. S. 9)


Einkaufszentren

Einkaufszentrum Schöne Aussicht in Leißling
Einkaufspassage in der Weißenfelser Südstadt

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